Der Wein
Erdbeerbaumhonig
"Was ist denn ein Erdbeerbaum?" lachte mein Nachbar als er von unserem Honig naschte. "Wachsen Erdbeeren jetzt auf Bäumen?"Der Erdbeerbaum ist ein mediterranes Gewächs, welches bis zu 10 Meter Höhe erreichen kann. Trotz seiner oft verstümmelten Gestalt wirkt er wegen seiner immergrünen Blätter und vor allem wegen der kugeligen, kräftig gefärbten Früchte sehr attraktiv. Die reifen, roten Früchte (sie gaben dem Gesträuch übrigens den Namen) werden zu leckeren Konfitüren verarbeitet, man sagt den Früchten harntreibende Wirkung nach. Die Blütezeit des Erdbeerbaumes, und jetzt wird es für unseren Honig wichtig, liegt zwischen Oktober und Januar. Es muss also schon ein sonniger und warmer Herbst sein, damit die Bienen den Nektar der weißwolligen Blüten in die Waben bringen können. Dies ist die Erklärung für die Seltenheit dieses bernsteinfarbenen, leicht bittersüßen Honigs. Sie schmecken in dieser Delikatesse ein Stück des mediterranen Lebensgefühls. Übrigens, in den arabischen Ländern schätzt man diesen Honig wegen seiner blutreinigenden Wirkung. Was ist eigentlich Honigtau?
Pflanzensaftsaugenden Insekten (Lachniden; beispielsweise Rinden- oder Schildläuse), die auf diesen Bäumen leben, stechen das Siebröhrensystem der Pflanzen an. Die Lachniden ernähren sich von dem Pflanzensaft. Den Teil, den die Insekten nicht für ihre Ernährung benötigen, scheiden sie wieder aus. Die Ausscheidung wird Honigtau genannt und ist mit organischen Säuren, Enzymen und anderen Stoffen angereichert. Bei günstigen Wetterbedingungen sondern die Insekten in einem Hektar Wald etwa 300 bis 400 Liter Honigtau pro Tag ab. Honigtau fällt auf Blätter, Nadeln und Zweige, von wo ihn die Bienen aufsammeln und im Bienenstock zu Honig verarbeiten. Übrigens, lagern Sie Honig trocken und dunkel. Auskristallisierungen verschwinden im warmen Wasserbad (nicht über 40°C, da sonst wertvolle Inhaltsstoffe verloren gehen) |
Die Region
Cevennen
Nah bei Montpellier, also im Süden von Frankreich, liegen die einsamen, fast geheimnisvollen Cevennen. Auf endlosen, abgeschiedenen Bergpfaden zeigen sie ihre atemberaubend schönen Naturformationen. Eine Gegend aus Schiefer, Schluchten, vereinzelten Felsbrocken und steilen Berghängen mit zahlreichen Flüssen und Sturzbächen. Eine Gegend mit Unterholz und Buchenwäldern, Kiefern, Eichen und vor allem Kastanien. Bedenkt man die relative Nähe des Mittelmeeres, so ist das Klima in den Cevennen recht rau, mit Temperaturen zwischen 18 und 21 Grad C im Sommer und den beständigen, kalten Winter. Der Winter kann hier ausgesprochen hart sein. Eisige Winde fegen über die Hochplateaus, und in den höheren Lagen fällt regelmäßig sehr viel Schnee. Karge Schönheit! Trotz ihrer Kargheit enthüllt die Landschaft bei genauem Hinsehen eine geheimnisvolle, natürliche Schönheit. Unzählige Weiler und Einsiedlerhöfe bringen Leben in die unwirtliche Berglandschaft. An den Hängen wurden Terrassen angelegt und mit den sog. "goldenen Bäumen", den Maulbeerbäumen bepflanzt, die der Seidenraupe als Nahrung dienen und so Reichtum und Wohlstand in die Cevennen brachten. Dies gilt ebenfalls für die Kastanie, die das Symbol der Cevennen ist und deren Früchte seit Generationen von den Bewohnern genossen werden. |